Imaginierte Welt. Zu einer transkulturellen Geschichte der Traumerfahrung
Der
Traum gehört zu den Grundmerkmalen menschlicher Existenz. Am Tage und
weitaus radikaler in der Nacht des Schlafes werden wir von seinem Bann
heimgesucht, in oneirische Welten absorbiert. Sowohl im Versuch einer
Aneignung, als auch im Versuch sich von ihm loszulösen, ja ihn
auszutreiben, hat der Traum stets eine bedeutsame, teils übermächtige
Stellung in den Kosmologien, Ontologien und Epistemologien erhalten.
Als (insgeheime) Quelle der Inspiration hat er die kulturellen
Errungenschaften wie auch die diversen kulturellen Selbstverständnisse
geprägt. In diesem Sinne könnte man etwas zugespitzt meinen, dass der
Mensch im Grunde ein Traum ist, in seinen imaginativen Narrationen
existiert.
Anhand unterschiedlicher Perioden und kulturellen
Verortungen möchte diese Lehrveranstaltung einen Überblick anbieten, wie
– teilweise höchst disparat – über das Phänomen des Traums gedacht
wurde, und wie dieses Denken die Selbst- und Realitätsauffassungen
prägte. Die kultur- und philosophiegeschichtlichen Ausführungen werden
durch unterschiedliche künstlerische Darstellungen des Traums
exemplifiziert. Ferner werden im Rahmen dieser LV Studierende die
Möglichkeit haben, eigene künstlerische Arbeiten zur Thematik des Traums
vorzustellen.